Rennofen in Kayhausen

Hier, im schönen Kayhauserfeld bei Bad Zwischenahn, hat unsere Generalprobe für die Ofenreisen im Vikinger Center Ribe vom 01.-06.05.2012 stattgefunden. Da wir den Verhüttungsprozess im Vergleich zu unseren bisherigen Öfenreisen deutlich verändert hatten, wollten wir vor Ribe einen testlauf machen.

Folgende Parameter waren neu für uns: Erstens haben wir diesen Ofen mit neuen Blasebälgen betrieben, zweitens haben wir eine deutlich kleinere Ofenform gewählt und drittens haben wir nur eine selbstgemachte Tondüse verwendet, statt mehrerer Keramikdüsen.

Unsere Schlauchkonstruktion aus Leder hat erstmal geklappt, muss aber nochmal überarbeitet werden. Noch knicken die Schläuche an manchen Stellen ab und reduzieren den Durchfluss.

Der Ofen hat als Kern ein einfaches Weidengerüst und ist aus Lehm/Sand/Heu-Gemisch aufgestampft. Gebaut haben wir ihn am Abend vor der Ofenreise und noch am gleichen Abend haben wir ihn vorsichtig mit etwas Kohle befeuert und durchtrocknen lassen.

Insgesamt hat die Ofenreise sehr gut geklappt. Wir haben ca. alle 15 Min. 600 Gramm Holzkohle und 300 Gramm von unserem neuen Raseneisenerz zugegeben. Insgesamt haben wir in 21 Chargen ca. 6,3 Kg Erz verhüttet. Einen Schlackeanstich haben wir versucht, es kam aber keine Schlacke. Die gesamte Ofenreise inkl. Vorheizen und Ausbrennen lief 5-6 Stunden. Geerntet haben wir eine schön kompakte Luppe von 1950 Gramm. Also eine Ausbeute von ca. 30%, was für ein Limonitisches Erz sehr gut ist.

Die Luppe lag genau in der Mitte des Ofens knapp unter Düsenhöhe. Unter der Luppe gab es einen schönen Schlackesee, an der Luppe selbst klebte allerdings kaum Schlacke.

Besonders schön bei dieser Ofengröße finde ich, dass man eine handhabbare Luppe erntet und die gesamte Reise relativ schnell vonstatten geht. Eine komplette Reise ist ohne Stress an 1,5 Tagen zu machen. Wenn man sehr früh anfängt, könnte man es wohl auch an einem Tag schaffen.