Ist doch nur irgendein Stahl, oder?

Nein, ist es nicht! Ebenso wenig, wie eine Axt zum Zwiebelnschneiden geeignet ist, sind auch nicht alle Stähle für jedes Einsatzgebiet zu gebrauchen. Ein feines Gemüsemesser, das aus einem zu weichen Stahl gemacht wurde, wird sehr schnell stumpf. Das ist zwar ärgerlich aber noch nicht wirklich schlimm! Gefährlich wird es jedoch, wenn einem die Machete oder das Hackmesser beim Arbeiten zerbricht, weil man einen zu harten und spröden Stahl verwendet hat. Um so etwas zu verhindern ist es unbedingt nötig, zu wissen, für was ein Messer eingesetzt werden soll. Je nach Einsatz bedeutet das entweder: So hart wie möglich, so zäh wie nötig! Oder eben, so zäh wie möglich, so hart wie nötig!

 

Was ist Stahl?

Ja, was ist eigentlich Stahl? Und was macht ihn hart oder zäh?

Jede metallische Legierung, deren Hauptanteil Eisen ist und die einen Kohlenstoffgehalt zwischen ca. 0,1% und 2,0% hat, kann als Stahl bezeichnet werden. Neben dem Hauptelement Eisen können noch eine ganze Reihe verschiedener Legierungselemente wie Chrom, Vanadium, Wolfram usw. beigemischt sein, die sich wiederum auf die physikalischen Eigenschaften des Stahls auswirken (siehe Stähle/Legierungselemente). Für Klingenstähle ist der Kohlenstoff mit Abstand das wichtigste Element. Der Kohlenstoff macht den Stahl überhaupt erst härtbar und damit für Messer brauchbar. Um gehärtet werden zu können, braucht ein "reiner" Kohlenstoffstahl (Stähle, dessen Hauptbestandteile Eisen und Kohlenstoff sind) mindestens 0,35 Massenprozent Kohlenstoff. Das macht ihn allerdings noch nicht automatisch für eine Messerklinge geeignet. In der Regel verwendet man für Klingen Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt zwischen 0,6% und 1,5%. Dabei gilt die Faustformel: Je höher der Kohlenstoffgehalt, um so härter und verschleißfester kann ein Stahl gehärtet werden. Um so härter ein Stahl wird, um so mehr verliert er aber auch seine Zähigkeit und wird spröder. Diese Sprödigkeit kann man in etwa mit einem Feuerstein vergleichen. Dieser Stein ist einer der härtesten Steine der Welt. Bei starken Schlägen zersplittert er allerdings, ebenso, wie ein zu harter und spröder Stahl bei starker Belastung zersplittern würde. Bei Stählen spricht man dann von einer sog. Glashärte.

 

Daher ist die richtige Stahlwahl für das jeweilige Einsatzgebiet sehr wichtig!