Anlassen

Das Anlassen erfolgt kurz nach dem Härten und bewirkt eine weitere Gefügeumwandlung des Stahls. Direkt nach dem Härten ist der Stahl zwar enorm hart, er ist aber auch viel zu spröde um als Messerklinge eingesetzt zu werden. Durch das Anlassen verliert der Stahl wieder etwas an Härte, gewinnt aber enorm an Zähigkeit dazu. Außerdem werden durch das härten entstandene Spannungen im Stahl abgebaut, was den Stahl nocheinmal widerstandsfähiger macht.

 

Beim anlassen werden Stähle auf eine Temperatur zwischen 80 und 723 Grad (Umwandlungspunkt A1) erhitzt und eine bestimmte Zeit auf dieser Temperatur gehalten. Anschließend wird der Stahl in Wasser, Öl oder an der Luft abgekühlt. Je höher dabei die Temperatur ist, um so mehr Härte verliert der Stahl und um so zäher wird er. Bei Messern arbeitet man für harte Schneiden meist im Temperaturbereich von 160 bis 220 Grad und für stark belastete, zähharte Klingen, im Bereich von 360 bis 550 Grad. Der Temperaturbereich von 220 bis 360 Grad ist bei den meisten Werkzeug- und Klingenstählen zu meiden, da hier die sog. Blausprödigkeit zu einer massiven Minderung der Zähigkeit der Klinge führen kann. Dieser Versprödung kann jedoch durch einen erhöhten Siliziumgehalt (z.B. bei Si-haltigen Federstählen) entgegengewirkt werden.